Pflege kennt keine Grenzen

Im Gespräch mit unseren Kund*innen stellen wir immer wieder fest, welchen Herausforderungen sie sich täglich stellen müssen. Pflege ist nicht nur ein Beruf, sondern eine Berufung. Wir wollten mehr über ihren Arbeitsalltag erfahren und wie sie es schaffen, mehr Zeit für das Wesentliche zu haben.

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Ambulante Pflege

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Pflegerin hält Hand von Seniorin

Menschen zu betreuen, die nur noch eine geringe Lebenserwartung haben oder aufgrund von Verletzungen, physischen oder psychischen Einschränkungen besonderer Pflege bedürfen, ist eine Herausforderung, die nicht jeder Pflegedienst leisten kann. Ein Kunde hat uns Einblick in die bemerkenswerte Arbeit seines Pflegedienstes gewährt.

Hoffnung leben, wo es keine Hoffnung gibt

„Wir haben eine Patientin mit einer Lebenserwartung von vier Wochen, können Sie sie aufnehmen?“ – Anfragen wie diese erreichen Bernd Model, Geschäftsführer des Pflegedienstes PFLEGE profis, regelmäßig. „Wir sind kein Palliativpflegedienst. Trotzdem nehmen wir immer wieder Patient*innen auf, die aufgrund ihrer körperlichen Schwäche keine hohe Lebenserwartung mehr haben und einer besonderen Pflege bedürfen.“ Bei diesem Anruf handelte es sich um eine Patientin von 40 Jahren, der aufgrund ihrer Genetik und eines Schlaganfalls nur noch eine Lebenserwartung von vier Wochen prognostiziert wurde. Nach dem Krankenhausaufenthalt sollte sie in ihren letzten Tagen ambulant versorgt werden.

Bernd Model leitet seit 23 Jahren gemeinsam mit seiner Geschäftspartnerin den Pflegedienst PFLEGE profis in Mannheim. Im dortigen Krankenhaus ist bekannt, dass Menschen, die besondere Pflege brauchen, bei ihnen gut aufgehoben sind. „Meine Geschäftspartnerin ist fest von ihrem Beruf überzeugt und hat schon immer die Patienten angenommen, bei denen es eigentlich keine Hoffnung mehr gab“, berichtet Model. Er selbst ist gelernter Kaufmann und Pflegefachwirt und betreut den kaufmännischen Bereich des Pflegedienstes.

 

Foto: Bernd Model – Geschäftsführer PFLEGE profis, Mannheim

Bernd Model Geschäftsführer PFLEGE profis

Anlaufstelle für Patient*innen mit besonderen Bedürfnissen

Diese Patientin ist für die PFLEGE profis ein besonderes Wunder, denn aus den prognostizierten vier Wochen sind inzwischen 20 Jahre geworden. „Unsere Pflegekräfte haben sich rührend um die Frau gekümmert und sie wieder stabilisiert. Sie kann zwar aufgrund des Schlaganfalls nicht mehr sprechen und ist an den Rollstuhl gebunden, aber sie hat wieder echte Lebensfreude entwickelt“, berichtet Model. Mittlerweile könne sie sogar gemeinsam mit ihren Pfleger*innen einkaufen.

Trotzdem ist der Tod zentraler Bestandteil in der Pflege. „Wir arbeiten eng mit einem Palliativpflegedienst zusammen, um unseren Patient*innen den Abschied so angenehm wie möglich zu gestalten und dem letzten Willen nachzukommen“, so Model. Eine Dame habe sich beispielweise gewünscht, ihren Ehemann bis zu seinem letzten Atemzug zu begleiten, auch wenn das bedeutete, im eigenen Ehebett neben ihrem toten Mann aufzuwachen. „Wir bilden unsere Mitarbeiter*innen im Bereich der Trauerbegleitung weiter, damit sie in Situationen, in denen sie Patient*innen tot auffinden, entsprechend reagieren können“, erklärt er. Für die Unterstützung Angehöriger in einem Trauerfall arbeitet der Pflegedienst mit einer speziell ausgebildeten Trauerbegleiterin zusammen, die an dieser Stelle übernimmt.

Pflege kennt keine Grenzen

„Durch den Krieg in der Ukraine haben wir schon früh Patient*innen aus Mariupol aufgenommen. Menschen, denen das halbe Gesicht oder das halbe Bein fehlte, noch dazu traumatisiert – eine besondere Herausforderung“, sagt Model. Das bemerkenswerte daran: die vermeintliche Sprachbarriere konnte durch russischsprachige Pfleger*innen aufgefangen werden. „Unsere russischsprachigen Mitarbeiter*innen waren sofort bereit, die verletzten Ukrainer*innen zu pflegen. Diese waren einverstanden und unendlich dankbar, sich in der Fremde verständigen zu können und versorgt zu werden. Der Krieg mag im Osten stattfinden, aber nicht hier“, so Model.

Wir sind dankbar, ein Teil einer Branche sein zu dürfen, in der Pflege keine Grenzen kennt.

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Redakteurin SozialFactoring
Sabrina Gooden

Sabrina Gooden ist Redakteurin und schreibt auf der Webseite der SozialFactoring über die Themen Finanzierung, Pflege, Experteninterviews und Soziales.

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