Factoring im ambulanten Intensivpflegedienst – ein Erfahrungsbericht

Die Pflegebranche bewegt sich in einem besonders dynamischen und herausfordernden Marktumfeld. Politische Entscheidungen und gesundheitspolitische Entwicklungen haben direkten Einfluss auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Viele Unternehmen stehen daher vor finanziellen Unsicherheiten. Umso wichtiger ist eine stabile Finanzplanung, die die eigene Liquidität sichert. Wie dies in der Praxis gelingen kann, zeigt unser Kunde PNT Pflegedienste: Er berichtet, wie Factoring für einen ambulanten Intensivpflegedienst für verlässliche und planbare Liquidität sorgt.

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Ambulante Pflege , Factoring

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Mitarbeiter von ambulantem Intensivpflegedienst spricht mit Seniorin

Ambulanter Intensivpflegedienst: Komplexe Versorgung, hohe Verantwortung

„Die häusliche Intensivpflege ist mit Abstand die anspruchsvollste Pflegeform, die ambulant durchgeführt werden kann. Neben der reinen Versorgung der Patient*innen, muss man sich auf ihre häusliche Situation, die Gegebenheiten vor Ort und die Angehörigen einlassen. Das ist nicht nur für die Pflegekraft jeden Tag aufs Neue eine herausfordernde Situation, sondern auch für die Patienten und Angehörige“, sagt Andreas Schäfer, Gründer und Geschäftsführer der PNT Pflegedienste. Nachdem er jahrelang selbst in der Pflege gearbeitet hat, gründete er 2008 den ersten PNT Pflegedienst.

„Die längste Zeit, die ich einen Patienten gepflegt habe, waren 18 Jahre“, erzählt Schäfer. Oftmals müssen Patient*innen in der Intensiv- und Beatmungspflege ihr Leben lang von Pflegekräften versorgt werden. „Wenn ein Patient beatmet wird, erfordert das ein Höchstmaß an Vertrauen gegenüber der Pflegekraft – das eigene Leben hängt von ihr ab und das jeden Tag“, so Schäfer weiter.

Ein starkes Team für eine anspruchsvolle Versorgung

Die persönlichen Bedürfnisse ihrer Klient*innen stehen bei den PNT Pflegediensten an erster Stelle: „Wir bieten das gesamte Spektrum der ambulanten Versorgung an – von der ambulanten Pflege über betreutes Wohnen bis hin zur Intensiv- und Beatmungspflege und Palliativversorgung“, erläutert der Geschäftsführer. Ein besonderer Schwerpunkt sei die Kinderintensivpflege, die einer spezifischen Qualifikation bedarf, und nur von wenigen Pflegediensten angeboten werde. Mit ihren Leistungen versorgen die PNT Pflegedienste den gesamten Norden Deutschlands – von Schleswig-Holstein über Mecklenburg-Vorpommern bis nach Niedersachsen.

„Aktuell haben wir rund 640 Mitarbeiter, die über 120 Patienten versorgen“, sagt Schäfer. Aus dem ursprünglichen Ein-Mann-Unternehmen ist inzwischen eine große Gemeinschaft geworden. „Wir bezeichnen uns gerne als ‚PNTler‘“, sagt Schäfer schmunzelnd. „Bei uns ist niemand nur eine Nummer – nicht bei den Patienten und auch nicht bei den Mitarbeitern. Jeder soll sich wohlfühlen, das ist uns besonders wichtig.“

Interview mit Geschäftsführer und Finanzleiter PNT Pflege

Finanzierung neu denken, Liquidität bewusst steuern

Als er PNT gründete, verfolgte er das Ziel, die Pflege zu verbessern. „Ich bin Krankenpfleger und habe gedacht, ich mache etwas Gutes. Also legte ich einfach los und gründete einen Pflegedienst“, berichtet er. Um die Themen Abrechnung, Finanzierung und Liquidität machte er sich zunächst noch keine Sorgen. „Ich habe schnell gemerkt, dass man eigentlich von Anfang an seinem Geld hinterläuft. In der ambulanten Pflege erbringt man eine Leistung, aber kann sie erst einen Monat später abrechnen und dann dauert es in der Regel noch mal mindestens einen Monat, bis man dafür bezahlt wird“, so Schäfer.

Als der Betrieb wuchs, wurde nicht nur das Forderungsmanagement immer umfangreicher, auch der Liquiditätsbedarf stieg an. „Die größte finanzielle Herausforderungen vor der Zusammenarbeit mit der SozialFactoring war definitiv das Thema Liquiditätssteuerung“, erklärt Andreas Butt, Finanzdirektor der PNT Pflegedienste. Die oft langen Zahlungsziele der Kostenträger hätten regelmäßig für finanzielle Herausforderungen gesorgt.

Factoring in der Praxis: So profitiert der ambulante Intensivpflegedienst PNT

„Ausschlaggebend für die Einführung von Factoring war für uns der Moment, in dem wir die Gehaltszahlungen umgestellt haben vom 15. des Folgemonats auf den 30. des laufenden Monats“, berichtet Butt. Das Factoring habe nicht nur dabei geholfen, die Liquiditätsanforderungen der Gehaltszahlungen besser managen zu können, sondern gebe eine hohe Planungssicherheit bei sämtlichen finanziellen Verpflichtungen gegenüber Partnern. „Beim Thema Umsatz und Ertragsentwicklung hilft uns Factoring dabei, Investitionsentscheidungen und Zahlungsströme besser zu steuern und zu planen. Außerdem haben sich dadurch unsere Zinskosten reduziert und unsere Kennzahlen im Bereich der Zinsaufwendungen in der Gewinn- und Verlust-Rechnung verbessert“, summiert der Finanzdirektor. Ein weiterer Vorteil durch die Selbstabrechnung sei zudem die Möglichkeit, bei Bedarf individuelle Absprachen mit den Klient*innen zu treffen. Auch den direkten Kontakt mit den Kostenträgern zu Leistungsnachweisen schätze der Finanzdirektor sehr.

Trotz Wachstum mehr Zeit für die Pflege

„Über die Jahre sind wir quasi gemeinsam gewachsen. Limit-Anpassungen hat die SozialFactoring fast automatisch vorgenommen“, berichtet Andreas Schäfer. Der Geschäftsführer sei bei der Geschäftsentwicklung nach wie vor sehr spontan und nutze gerne Chancen am Markt. „Mit dem Factoring konnten wir eine verlässliche Finanzplanung aufstellen, auf deren Basis wir immer die Möglichkeit haben, kurzfristig anstehende Investitionen aus dem laufenden Cashflow zu bedienen, ohne dass wir auf Finanzierungsalternativen zurückgreifen müssen“, ergänzt Finanzdirektor Andreas Butt. Die schnelle und unkomplizierte Zusammenarbeit mit der SozialFactoring schätze er dabei besonders. „Wir haben feste Ansprechpartner im Hause, mit denen wir in regem Austausch stehen, die unser Geschäftsmodell verstehen und die genau wissen, was bei uns passiert“, so Butt weiter.

Für Geschäftsführer Andreas Schäfer bieten das Factoring und die Selbstabrechnung noch einen persönlichen Mehrwert: „Abrechnungen und Liquidität laufen so unkompliziert, dass ich mich, trotz der Unternehmensleitung, nicht die ganze Woche mit Zahlen beschäftigen muss. Stattdessen kann ich meine Energie in unsere Mitarbeiter*innen und Patient*innen investieren und weiterhin als Krankenpfleger aktiv sein.“ Anderen Pflegediensten rät der Geschäftsführer deshalb: „Für mich persönlich war es die beste Entscheidung, die wir in unserem Finanzsystem getroffen haben. Denkt nicht lange nach, macht es. Es gibt nur Vorteile und ihr spart eine ganze Menge Geld!“

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