Tipps zum Leasing für ambulante Pflegedienste

Lohnt sich eine Fahrzeuganschaffung über Leasing für einen ambulanten Pflegedienst? Wir erklären Ihnen wie es funktioniert und worauf Sie achten sollten.

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Finanztipps

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Eine Fahrzeugflotte auf einem Parkplatz

Leasing ist die zeitliche Überlassung eines Investitionsgutes zur Nutzung gegen ein Entgelt. Es verbleibt im Eigentum der Leasinggesellschaft und wird nach einer vereinbarten Nutzungsdauer zum Restkaufpreis vom ambulanten Pflegedienst übernommen oder an die Leasinggesellschaft zurückgegeben. Insbesondere Kraftfahrzeuge, IT-Anlagen und Telekommunikationsausrüstungen eignen sich in der ambulanten Pflege für eine Leasingfinanzierung.

Leasing als Finanzierungsalternative

Leasing stellt somit eine Finanzierungsalternative zum Anschaffungsdarlehen eines Kreditinstitutes dar und sollte daher auch mit den Kosten, die im Rahmen einer Kreditfinanzierung entstehen, verglichen werden.

Die Finanzierung über ein Kreditinstitut ist in der Regel die kostengünstigere Variante: Denn die Leasinggesellschaft muss – wie auch der Pflegedienst – für die Anschaffung bei einem Kreditinstitut ein Darlehen aufnehmen, um das Investitionsgut zu finanzieren. Neben diesem Zinsaufwand werden auch noch die Vertriebs- und Verwaltungskosten der Leasinggesellschaft sowie kalkulatorische Risikokosten und der angestrebte Gewinn in der Leasingrate berücksichtigt. Auf dieser Basis kalkuliert die Leasinggesellschaft die Leasingrate sowie möglicherweise einen Restwert für den Rückkauf.

Insbesondere bei Fahrzeug-Leasing führt dieser Restwert (Rückkaufswert) oftmals zu Kontroversen:

  • Was ist eine normale bzw. übliche Abnutzung
  • Ab wann müssen Lackschäden oder kleine Dellen ausgebessert werden?

Sind beispielsweise die Sitzpolster stark beschmutzt, oder wurde die vereinbarte Kilometerpauschale nicht eingehalten, reduziert sich – wie vertraglich vereinbart – der Rückkaufswert bzw. müssen Nachzahlungen geleistet werden. Da nach einer Nutzungszeit von 3 oder 4 Jahren nicht generell von einem gut gepflegten Firmenwagen auszugehen ist, sind auch diese Aspekte in die Entscheidung einzubeziehen.

Umgehen Sie die „Restwertfalle“

Niedrige Leasingraten entstehen oftmals durch einen zu hohen Rückkaufswert des Investitionsgutes am Ende der Vertragsdauer. Es ist für eine objektive Vergleichsrechnung wichtig, einen realistischen Rückkaufswert anzusetzen. Insofern seien Sie an dieser Stelle besonders kritisch und überprüfen diesen Wert. Prüfen Sie weiterhin, welche Schäden bei Rückgabe beseitigt werden müssen. Finden Sie dazu keinen Passus im Vertrag, müssen alle Schäden auf Kosten des Pflegedienstes behoben werden.

Kilometerpauschale rechtzeitig anpassen

Wenn beispielsweise absehbar ist, dass die vereinbarte Kilometerpauschale nicht mehr ausreicht, sollte man frühzeitig mit der Leasinggesellschaft sprechen, um den Leasingvertrag für die restliche Laufzeit anzupassen. Oftmals ist dies günstiger als die zusätzlich gefahrenen Kilometer nach der Rückgabe des Firmenwagens zu bezahlen.

Fazit:

Leasing ist zwar bequem und wird oftmals beim Kauf direkt angeboten – ist aber selten bei genauer Analyse ein vorteilhaftes Geschäft, wenn man als Pflegedienst die Möglichkeit hat über ein Darlehen oder gar über Eigenmittel die Anschaffung zu finanzieren. Zudem stellen Leasinggesellschaften auch Bonitätsanforderungen an ihre Kunden. Erfahrungsgemäß sind diese jedoch etwas niedriger als bei einem Kreditinstitut für eine Investitionsfinanzierung.

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