Das sollten Sie bei Ihrem Liquiditätsplan beachten

Planen Sie mit Sorgfalt Ihre Liquidität, denn wer zukünftige Liquiditätsengpässe rechtzeitig erkennt, ist finanziell und wirtschaftlich im Vorteil.

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Finanztipps

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Ein Stempel mit Aufschrift Krankenkassen und ein Liquiditätsplan

Der Liquiditätsplan eines Unternehmens ist für Kreditinstitute eine sehr wichtige Prognoserechnung, auf deren Basis sie den Kreditbedarf sowie die jederzeitige Zahlungsfähigkeit ihres Kreditnehmers nachrechnen kann. Auch wenn ein Unternehmen seit Jahren rentabel arbeitet, kann es wegen Zahlungsschwierigkeiten in die Insolvenz geraten. Denn allein der Kontostand bzw. die verfügbare Liquidität ist maßgebend dafür, ob die Zahlungsverpflichtungen termingerecht gegenüber Mitarbeitern, Sozialkassen, Finanzamt, Kreditoren und anderen Gläubigern erfüllt werden können. Der zukünftige Kontostand ist daher so zu planen, dass jederzeit die Zahlungsfähigkeit für anstehende Verpflichtungen gegeben ist.

Liquidität vor Rentabilität

Bei der Planung ist es ratsam, der betriebswirtschaftlichen Basisregel „Liquidität vor Rentabilität“ zu folgen. Insbesondere in Wachstumsphasen entsteht eine zusätzliche Liquiditätsbelastung, da zunächst Löhne und Gehälter, Sozialabgaben sowie weitere Sachkosten vorfinanziert werden müssen.

Die Begleichung der Rechnungen, die der Pflegedienst erstellt hat, erfolgt in der Regel erst wesentlich später. Im Zweifel wäre auf dieses Wachstum, was zu einer höheren Rentabilität führen würde, zu verzichten, um die Zahlungsfähigkeit des Pflegedienstes nicht zu gefährden. Bei Unternehmen, die noch nicht länger als fünf Jahre auf dem Markt sind, wird von Insolvenzverwaltern häufig eine mangelhafte Liquiditätsplanung in Wachstumsphasen als Insolvenzgrund angegeben.

Liquiditätsplanung im Pflegedienst ist Chefsache

Die Geschäftsführung sollte die Planung der Liquidität stets im Blick haben und diese sollte regelmäßig erfolgen. Bei der Planung sind branchenübliche Zahlungsverzögerungen sowie saisonal bedingte Verzögerungen zu berücksichtigen. Insbesondere zum Jahreswechsel und in der Ferienzeit kommt es häufig zu Zahlungsverzögerungen auf Leistungsträgerseite. Daher ist die Planung des Zeitraumes, wann tatsächlich die Rechnungen beglichen werden, maßgebend für den Liquiditätsplan. Dieser sollte sinnvollerweise einen Zeitraum von 12 bis 36 Monaten umfassen.

Prinzip der konservativen Planung

Bei der Planung der Einnahmen sollte man nicht allzu optimistisch vorgehen, es kann immer etwas Unerwartetes passieren. Auch für den Liquiditätsplan gilt, frei nach Wilhelm Busch, „auch hier, wie überhaupt, kommt es anders, als man glaubt“. Daher ist im Rahmen der Planung eine feste Finanzreserve zu bilden, die für drei Monate ausreichend sein sollte. Ein sorgfältig aufgestellter Liquiditätsplan zeigt somit die zukünftige Liquiditätssituation unter Berücksichtigung der festen Finanzreserve an.

Liquiditätsengpässe rechtzeitig erkennen

Falls Zahlungsengpässe in der Planung sichtbar werden, sind rechtzeitig Gegenmaßnahmen einzuleiten. Wenn der Engpass durch eine späte Rechnungsstellung oder durch ein außer Acht gelassenes Mahnwesen entstanden ist, kann dies durch ein verbessertes Forderungsmanagement betriebsintern geregelt werden.

Bei anderen Ursachen, sofern sie nicht einer dauerhaft fehlenden Rentabilität geschuldet sind, ist zu prüfen, ob

  • der Kreditrahmen bei der Hausbank erweitert werden kann.
  • der Einsatz von Factoring planbare und sichere Liquidität ermöglicht.
  • die Privatentnahmen reduziert werden können.
  • ggf. Privateinlagen möglich sind.

Fazit zum Liquiditätsplan

Gerade in Wachstumsphasen gerät die Planung der Liquidität oftmals aus dem Blick und sie verliert den Stellenwert, der ihr eigentlich zusteht. Denn ein Unternehmen kann zeitweise unrentabel arbeiten und auch längere Verlustphasen überbrücken, jedoch der Zugriff auf ausreichende Liquidität muss jederzeit gewährleistet sein.

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